2020: Die Wattenbeker Kunstausstellung

"Das Wunder von Wattenbek"

01. und 02. Februar 2020

Sonntag kurz vor 17 Uhr: Das obligatorische Foto der Künstlerinnen und Künstler. Von links nach rechts:

Hockend: Günter Vogel, Renate Mumm, Karen Thilo-Nass, Margrit Editha Lobien, Elke Geenen,

Stehend: Susanne Christiansen, Volker Heidemann, Ursula Rohleder, Ilona Kazmirowicz-Grzunka, Ines Schneider, Heinrich Eggers, Birgit Hagen, Hannelore Hermann, Monika WolterhoffFritz Delfs, Rose Meyer-Hakelberg, Edzard Ihnen, Alla Möbius, Bärbel Stolzenburg.

(Ein Klick auf den jeweiligen Namen eröffnet eine kleine Beispiel-Galerie der Künstler)

 

Vorbemerkung: Das Artensterben bei Freiwilligen und Ehrenamtlichen führt auch dieses Jahr wieder dazu, dass der Ausstellungsorganisator die Texte zu den Fotos selber verfasst. So erledige ich das selbstverständlich völlig neutral und objektiv.

Eröffnet wurde die Veranstaltung wieder von der 1. Vorsitzenden des Kulturkreises Wattenbek, Hella Kohlmeyer. Wie vieles bei dieser Kunstausstellung ganz anders ist als gewohnt, so auch hier die Ansprache in Socken von einem Stuhl herab. Durch die gelungene Auswahl des einzig verfügbaren neutralen Hintergrunds kamen die leuchtend roten Haare wirkungsvoll zur Geltung, wodurch die Aufmerksamkeit der Besucher zwangsläufig auf die Rednerin gerichtet wurde. Sie erwähnte unter anderem, dass wir wegen des stark gestiegenen Interesses die Teilnahmeregeln ändern: Um den Andrang zu entzerren, kann man nun nicht mehr zweimal nacheinander ausstellen.

Es folgte das übliche Ritual – dem Picasso vom rechten Bildrand her etwas bedenklich zusieht – wobei ich jedes Mal und mit zunehmendem Alter immer zutreffender insgeheim den Kölner Karnevalsschlager im Ohr habe, leicht geändert, „gegendert“ zu „Mir schenke dem (statt der) Ahl e paar Blömcher. . .“

In der Linken halte ich schon einen Packen Formulare, um damit die Ausstellerinnen und Aussteller zu drangsalieren: Der Datenschutz verlangt die Genehmigung des Fotografierens für diesen Bildbericht. Nächstes Mal wollen wir die lästige Prozedur per E-Mail vorwegnehmen.

Und ehe man in Ruhe alles betrachtet, begrüßt man erst alte Bekannte oder

befreundete Ausstellerinnen oder

erklärt der Frau Gemahlin, was die anderen Holzbildhauer und die Holzbildhauerin gestaltet haben.

Die Holzbildhauer von links nach rechts: Norbert Siebrasse, Horst Neumann, Heinrich Eggers, Anke Küchenmeister, Edzard Ihnen, Volker Heidemann, Klaus Hach (auf dem Foto fehlt: Jens Claußen).

(Ein Klick auf den jeweiligen Namen eröffnet eine kleine Beispiel-Galerie der Künstler)

Diese waren wieder ziemlich produktiv und hatten u. a. zum 100. Todestag Modiglianis mehrere Köpfe mit den typisch langgezogenen Nasen hergestellt.

Das Gedränge war dieses Jahr besonders groß, da hatte jemand wie der Herr im gelben Hemd mit der Körpergröße eines Basketballers den besseren Überblick.

Und für die Kuchenlogistik war das eine echte Herausforderung – hier begibt sich Brigitte auf den Parcours zum Kaffeetisch  im hinteren Teil des Saales

zur Speisung der 500 oder gar 600, wo der Kulturkreis das Volk um drei Tische lagern ließ, die 20 gespendeten Kuchen der Ausstellenden und den Kaffee nahm . . . und sie aßen alle und wurden satt.

Nachbemerkung: Kein Wunder, dass dieses „Wunder von Wattenbek“ alljährlich großen Anklang findet. Viele kamen sogar in die Küche, um sich dort für die Kuchenspeisung und die nette Bedienung zu bedanken. Allerdings war einigen Gästen wohl nicht bekannt, dass sie sich als Besucher ein wenig erkenntlich zeigen sollten und etlichen gefiel es dort stundenlang. Da empfiehlt sich vielleicht für nächstes Mal ein kleines Schild mit dem dezenten Hinweis an die Klävbotze (kölsch, abgeleitet von „kleben+Hose“), dass auch noch andere ihr Stück Kuchen gern im Sitzen genießen möchten.

Es gab auch Vorschläge, die Zahl der Ausstellenden zu bewältigen, indem man zwei Ausstellungen im Jahr veranstaltet oder eine Jury einführt. Zu Ersterem kann ich nur sagen, der ehrenamtliche Zeitaufwand ist enorm, das müsste ein zweites Team übernehmen und da verweise ich auf meine Vorbemerkung. Und eine jurierte Ausstellung wäre etwas völlig anderes und nicht besser. Das wurde mir gerade wieder klar, als zwei studierte Maler mir sagten, was sie besonders gut fanden – und das ich ganz anders sah. Eine Jury, besonders von Laien, würde stets nach persönlichen Vorlieben entscheiden und wäre immer ungerecht, auch würde eine Jury viele Amateure abschrecken.

Kurz, wir lassen diese einzigartige und ungewöhnliche Ausstellung, wie sie ist; dafür sprechen auch all die lobenden Dankesworte der Ausstellenden zum Schluss der Veranstaltung.

Selbstportrait des Fotografen, bzw. seiner Kamera: Es verdeutlicht den Kampf gegen die spiegelnden Gläser vor den Bildern - eine echte Fotografenplage...

(Text: Volker Heidemann, Fotos: Reiner Heyse)

Das Plakat zur 21. Wattenbeker Kunstausstellung

hier der Ausstellungsflyer

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