Kieler Nachrichten 30.11.06

Nur interne Ausschreibung

Bordesholms Hauptausschuss gegen öffentliche Ausschreibung des Amtsdirektorpostens

 

Bordesholm – Als erstes Gremium in Bordesholm beriet am Dienstag der Hauptausschusses die Verträge zur Fusion von Amtsund Gemeindeverwaltung – und sprachen schließlich mehrheitlich eine Beschlussempfehlung zu den Vertragsregelungen aus.

Zum Auftakt sprach der Ausschussvorsitzende Reinhard Koglin (SPD) zunächst von einer „hervorragenden Lösung“: „Unsere Fraktion ist mit allen Punkten einverstanden“. Als Knackpunkt erwies sich dann allerdings die Ausschreibung der Stelle des neuen Amtsdirektors: Die von der Lenkungsgruppe vorgeschlagene interne Ausschreibung für die zum 1. Juli 2007 zu besetzende Leitungsposition lehnte Helmut Berger (FDP) ab. „Eine interne Ausschreibung ist unlogisch. Bei anderen Verwaltungsfusionen wird auch öffentlich ausgeschrieben“, erklärte der Freidemokrat.

Auch CDU-Fraktionschef Jörg-Roger Peters und Dieter Gläßel (SPD) monierten anfangs die in der Lenkungsgruppe getroffene Vereinbarung. „Wir nehmen uns damit die Möglichkeit, Sachver- stand von außen zu holen“, meinte Peters. Die Christdemokraten folgten dann aber den Kostenargumenten von Dieter Gläßel: „Wenn wir jemanden von außen holen, müssen wir neben den bisherigen Verwaltungsleitern eine zusätzliche A-16-Stelle finanzieren“.

Laut Bürgermeister Norbert Baschke wäre eine öffentliche Ausschreibung des Amtsdirektorpostens rechtlich nicht möglich: „Das neue Amt Bordesholm existiert noch gar nicht als öffentliche Körperschaft.“ Für Helmut Berger kein Argument: Er beantragte die Ausschreibung zum frühestmöglichen Zeitpunkt – aber die übrigen Ausschussmitglieder votierten dagegen. Während der Vertrag gegen die Stimme von Berger abgesegnet wurde, stimmte das Gremium einmütig für weitere Vorarbeiten der Lenkungsgruppe – sie soll in den nächsten Monaten unter anderem den ersten Haushalt des neuen Amtes Bordesholm vorbereiten.

Gute Nachrichten konnte Norbert Baschke in Sachen Bordesholmer Kreisel präsentieren: Von den mit 612 000 Euro veranschlagten Gesamtkosten inklusive dem Ausbau der Bahnhofstraße West konnten 27 000 Euro eingespart werden. Das Bauwerk, das jetzt mit einem Weihnachtsbaum in der Inselmitte geschmückt wurde, hat laut Baschke mittlerweile auch die Kritiker im Ort überzeugt: „Selbst von ehemaligen Gegnern des Kreisels höre ich nur positive Meinungen“. ti

Ein Weihnachtsbaum prangt jetzt auf der Inselmitte des Bordesholmer Kreisels. Das Bauwerk kostet 27 000 Euro weniger als ursprünglich veranschlagt. Foto ti