Kieler Nachrichten 28.06.06

Schwellen ließen sich verwirklichen

Diskussion um Verkehrsberuhigung in Spielstraßen

Wattenbek – Patentrezepte gegen die Raserei in den Wattenbeker Neubaugebieten Saalskamp, Jakob-Hinrichs-Weg und Neuenkamp gibt es nicht: Das wurde in der anderthalbstündigen Diskussionen zwischen Anwohnern und Ortspolitikern am Montag im Schalthaus deutlich.

Dennoch kristallisierten sich bei dem Treffen der Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Versorgung und Verkehr mit zwölf Anwohnern eine Reihe von Möglichkeiten heraus, die für eine stärkere Beachtung des geltenden Schritttempos sorgen könnten. So schlug etwa Ove Kröger aus dem Saalskamp vor, die Straßenbeläge unterschiedlich zu gestalten. „Sobald die Autofahrer vom gepflasterten Teil auf die Asphaltierung kommen, wird Gas gegeben“, erzählte der Wattenbeker.

Nach wie vor wird in den so genannten Spielstraßen die Geschwindigkeitsbegrenzung von etwa sieben Stundenkilometern selten beachtet. Aber nach den Worten von Ordnungsamtsleiter Rainer Borchert trifft das nicht nur auf die Anwohner zu: Auch Fahrer von Post- und Paketdiensten oder Versorgungsfahrzeugen fahren zu schnell. „Manchmal muss man richtig beiseite springen“, berichtete Martin Rehder, der ebenfalls im Saalskamp wohnt. Er brachte bauliche Veränderungen in Form von Schwellen ins Gespräch – und die könnten möglicherweise auch realisiert werden.

Denn neben einer „Optimierung“ der Verkehrszeichen wollen die Ausschussmitglieder den Einbau Rampen ähnlicher Gebilde prüfen. „Es muss aber bezahlbar sein“, schränkte Ausschussvorsitzender Peter Scholz ein. Den Vorschlag von Anik Kähler, die Asphaltflächen mit großformatigen Abbildungen von Kinderspielzeug zu bemalen, fand beim Leiter der Bordesholmer Polizeizentralstation, Wolfgang Szellas, wenig Beifall: „Ganz ausgeschlossen ist diese Möglichkeit nicht, allerdings lässt die Straßenverkehrsordnung bisher nur bestimmte Zeichen zu.“ Dafür versprach er, dass die Polizei weiterhin in den Neubaugebieten präsent sein wird. ti

 

Für Ove Krüger könnten unterschiedliche Fahrbahnbeläge die Autofahrer bewegen, im Saalskamp und den anderen Straßen des Wattenbeker Neubaugebietes den Fuß vom Gas zu nehmen.

 

Anik Kähler schlug Abbildungen von Spielzeug auf dem Asphalt als Mittel gegen zu schnelles Fahren vor. Fotos ti