Kieler Nachrichten 01.09.05

Um Kreisel-Baustelle herumkurven

Arbeiten an der Postkreuzung beginnen Montag – Anlieger äußerten Sorgen über mögliche Beiträge

Von Sven Tietgen

Bordesholm – Am kommenden Montag beginnen die Arbeiten für den neuen Kreisel an der Bordesholmer Postkreuzung – und damit müssen sich die Autofahrer aus der Region bis Weihnachten auf gravierende Veränderungen im innerörtlichen Verkehr einstellen.

Besonders betroffen ist die Zufahrt zur Einkaufszone der Bahnhofstraße: Als erster Bauabschnitt des Projektes mit Gesamtkosten von 630 000 Euro ist der nördliche Teil des zukünftigen Kreisverkehrsplatzes vorgesehen, bis Ende Oktober kann dieser Bereich damit nicht mehr von der Ost-West-Achse her angesteuert werden. „Wir werden versuchen, diese Sperrung so kurz wie möglich zu gestalten“, erklärte Bürgermeister Norbert Baschke während der Vorstellung des Bauvorhabens am Dienstagabend.    

Wenig zu mäkeln hatten die gut 30 Besucher im Huus an’n Markt bei der Bürgerbeteiligung zur Verkehrsführung während des auf vier Monate Bauzeit veranschlagten Projektes (siehe Infotext). Der Verwaltungschef betonte zudem, dass die Geschäfte in der Einkaufszone wie die Parkplätze an der Sparkasse und bei der Post gegenüber während der Baustellenphase genutzt werden können. Für den ebenfalls vorgesehenen Ausbau des Bahnhofstraßenabschnitts zwischen Lüttenheisch und Postkreuzung könnten die Anlieger allerdings mit Ausbaubeiträgen zur Kasse gebeten werden – im Rahmen einer Satzung, die noch von der Gemeindevertretung beschlossen werden muss.    

Nach den Plänen der Verwaltung sollen rund 25 bis 30 Prozent der auf 210 000 Euro geschätzten Straßenbaukosten auf die Anwohner umgelegt werden. Nicht nur Charlotte Buchholtz (bürgerliches CDUAusschussmitglied) kritisierte, dass der Bürgermeister keine Angaben über die mögliche Höhe der Anliegerbeiträge machen wollte. „Während ich zahlen muss, ist mein direkter Nachbar nicht betroffen, weil sein Grundstück zum Sanierungsgebiet zählt. Das ist doch ungerecht“, meinte die Anwohnerin. Auch Wolfgang Jordan (SPD-Gemeindevertreter) sieht die Erhebung von Ausbaubeiträgen als problematisch an: „Beim ersten Ausbau der Bahnhofstraße vor 20 Jahren mussten die Anwohner keinen Cent zahlen“, erinnerte er.

  Ab dem 5. September verwandelt sich die Postkreuzung für voraussichtlich vier Monate in eine Großbaustelle – mit erheblichen Auswirkungen auf den innerörtlichen Verkehr wie für die Anlieger. Foto Tietgen

 

Bau-Hinweise für Verkehrsteilnehmer

• Während der Bauphase ab Montag, 5. September bis in den Dezember hinein wird die Bahnhofstraße ab Einmündung Ostlandstraße in Richtung Wattenbek bis zur Kreuzung Steenredder als Einbahnstraße eingerichtet. Hier gilt Tempo 30. In den ersten sechs bis acht Wochen können Autofahrer zudem nicht von der Bahnhofstraße aus links in Richtung Einkaufszone abbiegen.

• Verkehrsteilnehmer, die aus Wattenbek und den Gebieten östlich der Bahn kommend in das Zentrum fahren wollen, müssen die nächsten Monate einen weiten Umweg nehmen: Die Umleitung führt über den Ostteil
der Bahnhofstraße und den Reesdorfer Weg zur Landesstraße 49, von dort in den Moorweg und dann über Steindamm und Mühlenstraße bis zur Einkaufszone. Diese Route muss bis etwa Ende Oktober auch für die Rückkehr eingeplant werden, nach dem Ende der ersten Bauphase kann der Verkehr von der Einkaufszone wieder über die Bahnhofstraße Richtung Osten abfließen.

• Die vom Bereich Kieler Straße kommenden Autofahrer mit Ziel Einkaufszone werden über Holstenstraße, Moorweg, Steindamm und Mühlenstraße umgeleitet. Die Ordnungsbehörde will die Umleitungsstrecken weit
räumig ausschildern. Radfahrer und Fußgänger sind von den Umleitungen nicht betroffen. Die Parkplätze östlich der Bahn können weiterhin angefahren werden, ebenso bleibt die Stichstraße geöffnet.

• Während der Bauphase gibt es an jedem Donnerstag um 10 Uhr eine Baubesprechung vor Ort, dort können Fragen gestellt oder Probleme besprochen werden. ti

   
• Ansprechpartner in der Bordesholmer Verwaltung sind Bürgermeister Norbert Baschke,

   
• 04322/695140 und im Bauamt

   der Gemeinde Ilona Ingwersen,
   
• 04322/695145.